Das Land, in dem ich gerne leben möchte. Ein Aufruf

[Dr. Gerhard Mersmann] Das Land, in dem ich gerne leben möchte. Ein Aufruf.

„Das Land, in dem ich gern leben möchte, müßte ein friedliches sein, das jedem seiner Bewohner ein auskömmliches Dasein verbürgt und mit jeder anderen Nation gut Freund ist. Es hat kein Militär, keine bewaffnete Macht, keine Zuchthäuser, übt keinen Arbeits- und keinen Gebärzwang aus, kennt keine Todesstrafe, gewährt unbedingte Rede- und Schreibfreiheit, stellt das Sexuelle nicht unter moralische Gesetze. Da darf jeder nach Belieben tun und lassen, soweit er nicht seinen Mitmenschen dadurch schädigt, da herrscht niemand und wird niemand beherrscht, gibt es keine Hast, keine Rekordjagd, keine Raffgier, keinen Puritanismus, keinen Rassen- oder Grenzpfahlwahn, keine Nivellierung zur nach rechts oder links ausgerichteten Kasernenhofherde, keine Mechanisierung, keinen Kulturabbau, da gilt die Kunst noch etwas, die Humanität, der Geist, die Persönlichkeit, das Herz, die Seele, der Mensch an sich. Es schwebt mir etwas vor wie ein Paris, das in Schlesien gelegen wäre, mit Wesenszügen von München, von Hamburg, von Prag, von holländischer Gepflegtheit, mit Meeres- und Gebirgsnähe, mit dem hohen Niveau der Bühnenleistung, wie es heut wohl nur in Deutschland aufweist, mit reizvollen Frauen jeder Art und Kulör, mit Pilsner und Porter Bier, französischem Cognak, Schwarzwälder Kirschwasser, Prager Schinken, österreichischem Schnitzel, bayrischen Würsten und schlesischem Wildpret. Ein Land, das in allem der äußerste Gegensatz der Barbarei ist, ich muß wohl besser sagen: wäre – dürfte es, wie die Dinge gegenwärtig liegen, sich doch offenkundig um ein hundertprozentig utopisches Märchenland, das überspannte Nirgendheim eines unzeitgemäßen, in jedem Lager unbeliebten und unbrauchbaren Schwärmers, halt eines Dichters handeln.“

Max Herrmann-Neiße

Plattform Futur II

Das kurze Schriftgut, im Umfang kaum eine halbe DIN-A4-Seite, ist die Beschreibung eines idealtypischen Landes. In diesem gibt es keine Ausgrenzung, keinen Rassismus und keine „bewaffnete Macht“.

Im Jahr 2020 und unter dem Eindruck unzähliger, meist ungelöster Krisen stellen sich die Initiatoren der Plattform Futur II ebenfalls die Frage, wie die Zukunft gestaltet werden kann – und Sie alle sind eingeladen, sich ebenfalls einzubringen, um Antworten zu finden.

Wie wird eine andere (bessere) Welt 2030, 2040 oder 2050 aussehen? Was wird passiert gewesen sein, damit sie so werden konnte, sodass jeder in ihr gerne lebt?

Es ist eine schwierige Aufgabe, die vor Ihnen liegt. Doch jeder Gedanke und jede Idee ist wichtig. Die Zukunft zu beschreiben und den Weg dorthin darzustellen, ist eine Herausforderung. Versuchen Sie es! Machen Sie mit, bringen Sie sich in Futur II ein und folgen Sie dem Aufruf!

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